Reportage: Schadstoffe bei der Bautrocknung – Asbest

Was ist Asbest eigentlich?
Asbest hat man schon 2000 vor Christus in Tontöpfen verbaut. Später wurde es zur Herstellung von Bremsbelägen, Handschuhen, Dampfbügeleisen, Theaterschnee und vielen anderen Gebrauchsgegenständen benutzt. Asbest besteht aus mineralischen Fasern, die in bestimmten Gesteinen vorkommen. Er ist also ein Naturprodukt und ungefährlich, solange man ihn nicht spaltet. Asbest hat viele positive Eigenschaften, er ist z.B. hitze-, feuer- und zugfest, säurebeständig und verbindet gut.

Wieso/wann ist Asbest gefährlich?
Zerhackt man das Gestein für die Verarbeitung, entstehen Fasern, die so klein sind, dass sie von blossem Auge nicht mehr sichtbar sind. Sie sind sogar zu klein, um Licht zu reflektieren. Eingeatmete Fasern können Krebs verursachen. Daher wurde das Material 1990 verboten.

Wo kommt Asbest heute noch vor?
Asbest kann in allen Gebäuden, die vor 1990 erbaut worden sind, vorkommen. Er kann in Putz, Plattenkleber, Dach- und Fassadenplatten, Dämm- und Brandschutzplatten, Beschichtungen aus Spritzasbest, Farbe etc. enthalten sein.

Worauf ist im Umgang mit Asbest zu achten?
Ist Asbest in Baumaterialen fest gebunden (z.B. in Fassaden, Wellplatten, Rohren und Dichtungen), ist er ungefährlich. Fasern können erst bei der Bearbeitung freigesetzt werden (z.B. beim Bohren, Fräsen, Schneiden, Brechen oder Reinigen dieser Baumaterialien). Ist Asbest nur schwach gebunden (z.B. in Dämmmaterial, Beschichtungen und Bodenbelägen), ist äusserste Vorsicht geboten. Wird solches Material bearbeitet, lösen sich die Fasern leicht und führen zu einer hohen Konzentration in der Luft.

Was heisst das für die BTS AG?
Es bedeutet, dass wir bei Gebäuden, die vor 1990 erbaut worden sind, erst das Risiko abklären müssen, bevor wir mit den Trocknungsarbeiten beginnen. Reicht die Zeit für eine Laboranalyse nicht aus, müssen wir unsere Arbeiten sicherheitshalber so ausführen, als wäre Asbest vorhanden. An fest gebundenen Asbestmaterialien dürfen wir dann unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften selber gewisse Arbeiten vornehmen. Reichen einige Löcher zur Trocknung des Schadens nicht aus, oder stossen wir bei unseren Trocknungsarbeiten auf schwach gebundene Asbestprodukte, müssen wir die Arbeiten einem auf Asbest spezialisierten Sanierer überlassen.

Was heisst das für Sie?
Es bedeutet, dass wir unsere Arbeit unter Umständen erst nach der Laboranalyse aufnehmen können, dass wir umständlicher arbeiten müssen als gewöhnlich oder dass wir gar nicht arbeiten dürfen und stattdessen eine Spezialfirma beauftragt werden muss. Das alles ist ärgerlich, geschieht jedoch zum Wohle aller.